Im Verbund Hilfe für psychisch Kranke verbessern -
Integra e.V. ist Gründungsmitglied im Gemeindepsychiatrischen Verbund im Ennepe-Ruhr Kreis

Der für die Arbeit des Gemeindepsychiatrischen Verbundes grundlegende Kooperationsvertrag wurde im Schwelmer Kreishaus von einer Vielzahl der Projektpartner unterzeichnet.

Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr Kreis

 

"Die Teilhabe und Behandlung von psychisch Kranken Menschen soll verbessert werden und ihre Lebensqualität erhöht, Angehörige wirksamer unterstützt werden" - diesen Herausforderungen stellt sich der sogenannte Gemeindepsychiatrische Verbund, kurz GPV, im Ennepe-Ruhr Kreis.

Der für die Arbeit grundlegende Kooperationsvertrag wurde jetzt im Schwelmer Kreishaus unterzeichnet. Landrat Olaf Schade begrüßte dazu eine Vielzahl von Vertretern der zukünftigen Verbundpartner.

 

"Gemeindepsychiatrischer Verbund, der Name ist ebenso Vorgegeben wie sperrig. Niemand sollte sich aber von dieser Äußerlichkeit ablenken lassen, für die Betroffenen sind mit Unterschriften unter dem Vertrag klare Vorteile verbunden", machte Schade deutlich. Sie bringen die ambulanten, aufsuchenden, teilstationären und stationären Angebote noch enger zusammen. "Ja, es gibt im Ennepe-Ruhr Kreis eine gut entwickelte und ausgebaute Struktur unterschiedlicher Leistungen und Angebote. Allerdings finden die Bürger das für sie passende Hilfsangebot häufig nur auf Umwegen. Das soll sich jetzt ändern."

Kernaufgabe lautet "Miteinander planen"

Zum Verbund gehören unteranderem Werkstätten, Heime, Krankenhäuser und Fachkliniken, ambulante Dienste, Einrichtungen des betreuten Wohnens und der Ennepe-Ruhr Kreis mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst und der Psychiatriekoordination sowie psychisch Kranke selbst.
"Die Bereitschaft, die Zusammenarbeit in einem Vertrag festzuschreiben und sich innerhalb von sechs Monaten auf die Inhalte zu verständigen, sind ein klares Signal: Wir ziehen alle an einem Strang", so Astrid Hinterthür, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung.

Eine angemessene Versorgungpsychisch kranker Menschen ist am besten in einer Verbundlösung zu organisieren. Als Kernaufgabe sehen alle ein "Miteinander planen" im Interesse der am schwersten von chronischen psychischen Krankheitsverläufen Betroffenen.

Qualität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit sollen Steigen

"In regionalen Hilfeplankonferenzen erarbeiten die einzelnen Mitarbeiter mit Zustimmung des Patienten ein umfangreiches Hilfsangebot. Die regelmäßigen, zwei mal im Jahr stattfindenden Mitgliederversammlungen führen zu einer besseren Vernetzung der vielfältigen Elemente des psychiatrischen Hilfesystems. So können wir die vorhandenen Ressourcen effektiver einsetzen um den Hilfesuchenden schneller und passgenauer die für sie jeweils erforderlichen Hilfen gewähren", skizziert Hinterthür.

Alle Beteiligten verbinden mit dem Mehr an Zusammenarbeit und festgeschriebenem Austausch zudem ein Plus an Qualität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Die vorhandenen Ressourcen würden deutlich effektiver genutzt und die Abläufe reibungsloser gestaltet.

Stichwort psychische Erkrankungen

Auch im Ennepe-Ruhr Kreis sind die psychischen Erkrankungen auf dem Vormarsch. Jeder zweite bis dritte Erwachsenen wird mindestens einmal in seinem Leben psychisch krank. Nach Geschlechtern aufgeteilt lauten die Angaben: Jede zweite Frau und jeder dritte Mann nimmt im Laufe des Lebens eine Behandlung in Anspruch. Mehr als jeder zehnte Beschäftigte wird auf Grund eines psychischen Leidens krankgeschrieben und der Anteil der psychischen Erkrankungen, die wesentliche Ursache für eine Frühberentung sind, stieg von rund 26 Prozent 2001 auf fast 50 Prozent 2011.

Stichwort Verbundpartner

Den Kooperationsvertrag unterschrieben haben: AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr, Bethel.regional, Caritas Ennepe-Ruhr, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband NRW, Kreisgruppen Ennepe-Ruhr, Diakonie Mark-Ruhr, Ennepe-Ruhr Kreis, Evangelische Frauenhilfe in Westfalen - Frauenheim Wengern, Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Integra e.V. (Wetter/Ruhr), Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel, SoVD Lebenshilfe, Theodor-Fliedner-Stiftung - Fliedner-Klinik Gevelsberg, Theresia-Albers Stiftung, Viadukt e.V. und Wetterleuchten e.V.

"Wir freuen uns, an der Verbesserung der Hilfe für psychisch kranke Menschen im Ennepe-Ruhr Kreis im Rahmen des GPV mitwirken zu können"  betonen Jürgen Zerbin, Abteilungsleiter des ABW-Fachdienstes EN und Dirk Drögekamp, Geschäftsführer von Integra e.V..

"Für die Zukunft wünschen wir uns, dass auch suchtkranke Menschen im EN-Kreis von den intensiven Absprachen im GPV profitieren können. Als größter ABW-Anbieter für suchtkranke Menschen im EN-Kreis werden wir uns dafür einsetzen" unterstreichen beide.

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